Die 112 läutet dritte Amtsperiode ein

161118-1808-29-56483100-kreisbrandrat
Glückwünsche: Ehrenkreisbrandrat Franz Silbereisen (v.l.), Karl Obermeier, Josef Ascher, Franz Meyer, Vize-Landrat Klaus Jeggle und Verena Schwarz. – Foto: Brunner

Die 112 begleitet Josef Ascher nicht nur als europaweit einheitliche Notrufnummer im Alltag als Kreisbrandrat – diese Zahlenfolge steht auch für die Zahl der Stimmen, mit der die Kommandanten beziehungsweise deren Stellvertreter am Donnerstagabend den 55-Jährigen für eine weitere Amtsperiode an die Spitze der 153 Feuerwehren im Landkreis gewählt haben.

Ascher sprach in einer ersten Reaktion von einem Ergebnis, das er als „Mann der klaren Worte“ in etwa so erwartet habe. Spontan standen gleich die ersten Gratulanten Schlange, nachdem Verena Schwarz von der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt im Kirchenwirt das Ergebnis bekannt gab: 141 abgegebene Stimmen, davon 112 gültige für Josef Ascher als einzigen Kandidaten. Er nahm die Wahl an, dankte für das „große Vertrauen“.
Mit etwa drei Viertel der Stimmen gerechnet zu haben, bekundete Ascher nach der rund eineinhalbstündigen Versammlung. „Denn ich sage auch, dass die Feuerwehren nicht alles bekommen“, unterstrich der Kreisbrandrat seine konsequente Linie bei Entscheidungen über die Ausstattung der Wehren, wissend, dass dies manchem nicht passe.

Keinen Hehl machte der Kreisbrandrat daraus, trotz zwölfjähriger Erfahrung als Kreisbrandrat nervös zu sein. Nach einem Grußwort von Aidenbachs Bürgermeister Karl Obermeier eröffnete er seinen Rückblick mit einem „Ich durfte auf eure Unterstützung zählen“. Er dankte Landrat Franz Meyer, auch als seinem beruflichem Chef im Landratsamt, und anderen Wegbegleitern.

An erreichten Zielen während seiner beiden zurückliegenden Amtsperioden zählte der Kreisbrandrat die für das Schulungswesen vorteilhafte Trennung von Kreisbrandinspektion und Kreisfeuerwehrverband, die Einführung einer gemeinsamen Ehrenzeichenverleihung sowie die Koordinierung der Standortausbildung im gesamten Landkreis Passau auf. Die erfolgreiche Mitgliedergewinnung durch effektive Jugendarbeit war ein weiterer Punkt der Rückschau.

Zugleich rief der Kreisbrandrat dazu auf, den Rückgang der Aktiven-Zahlen durch „Werbung in eigener Sache“ aufzuhalten. „Frauen zur Feuerwehr und Motivation von Quereinsteigern müssen künftig größere Beachtung finden“, legte Josef Ascher den Verantwortlichen ans Herz. Als zukunftsweisende Verbesserung charakterisierte er die Einführung der Integrierten Leitstelle mit Optimierungen bei der Alarmierung, nicht zuletzt auch durch den neuen Digitalfunk. Nicht unerwähnt ließ er unter dem Begriff „Blick über den Tellerrand“ die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den österreichischen Nachbarn.

Als bayernweiten Vorreiter bezeichnete der Kreisbrandrat, der an die großen Erfolge der Wettbewerbsgruppen erinnerte, den Landkreis Passau bei der Einführung des eigenen Wettbewerbsabzeichens im Jahr 2010. Nach seinen Worten tragen es mittlerweile über 2300 Aktive in den unterschiedlichen Stufen. Erwähnung fanden zudem die Aufstellung einheitlicher Gefahrgutzüge und Hilfeleistungskontingente für örtliche Einsätze, die Schaffung einer weiteren Unterstützungsgruppe bei der Feuerwehr Wenig (Stadt Bad Griesbach) sowie der Beginn der Einführung von Abschnittsführungstellen für Großschadens- und Flächenlagen.

In den Mittelpunkt der Ausführungen rückte Josef Ascher die Bedeutung des Miteinanders im Ehrenamt. „Nur wir als Gesamtheit, wir als große Feuerwehrfamilie, sind starke Partner für Menschen in Not, die auf unsere Hilfe warten“, gab er zu bedenken und bot sich Feuerwehren und Kommunen als Berater und Unterstützer an – in dem Bewusstsein, dass nicht jede Notwendigkeit unterstützt werden kann. Als zwingend notwendig erachtete der Kreisbrandrat die verstärkte Sensibilisierung der Feuerwehr für ihre Basisarbeit gemäß dem Slogan „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“.

Von einer großartigen Feuerwehrfamilie im Landkreis mit 9000 Aktiven schwärmte Franz Meyer. Er rechnete vor, dass statistisch jeder 21. Landkreisbürger ein Feuerwehrler sei, während bayernweit sich jeder 40. Bürger in der Wehr engagiere. Der Landrat stellte sich darüber hinaus hinter den Vorstoß von Innenminister Joachim Hermann, das Höchstalter für aktive Feuerwehrler auf 65 Jahre zu erhöhen. Auch Bestrebungen der Politik, Gaffern und Schaulustigen bei Notfalleinsätzen das Handwerk zu legen, begrüßte der Landrat, bevor er nach einem Lob für die Feuerwehren und den Kreisfeuerwehrverband um Alois Fischl Josef Ascher für das Amt des Kreisbrandrats vorschlug.

Dem Wunsch nach einem Zeichen der Geschlossenheit und Rückenstärkung entsprach die deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten. „112 ist wahrscheinlich die Feuerwehrzahl, die man braucht“, kommentierte Franz Meyer, selbst in Feuerwehr-Uniform erschienen, schmunzelnd das Abstimmungsergebnis.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 19.11.2016


Die Freiwillige Feuerwehr Neuhaus a. Inn gratuliert unserem alten und neuen Kreisbrandrat Josef Ascher und freut sich auf die weiterhin gute Zusammenarbeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.