Feuerwehr mit Nachwuchssorgen

Kooperation mit Schärding – 1779 Stunden für Einsatz und Ausbildung

Neuhaus am Inn. Die Neuhauser Feuerwehr ist gut aufgestellt: 39 Aktive leisten Dienst, darunter 14 Atemschutzgeräteträger. 2016 wurden sie zu 31 Einsätzen gerufen, allein zehnmal zur Hilfe bei Starkregen und Hochwasser. Das berichtete Kommandant bei der Jahreshauptversammlung. Da wurde allerdings auch die Sorge im Feuerwehr-Nachwuchs angesprochen. Denn im Ernstfall sind tagsüber nicht allzu viele einsatzbereit, bedingt durch Ihren Job.

Die Neuhauser Wehr wurde 2016 zu vier Bränden gerufen, zu 20 technischen Hilfeleistungen, zuletzt bei dem tragischen Verkehrsunfall auf der neuen Innbrücke, aber auch zu einem Einsatz bei Dreharbeiten auf der alten Rottbrücke. Ein Schwerpunkt bei den Übungsterminen war die Einführung des neuen Digitalfunksystems.

Mit dem neuen Gerätewagen Logistik (GWL1) haben die Neuhauser eine lange erwartete und sehr notwendige Ausstattung bekommen. Von den Gesamtkosten von 128 500 Euro trug die Gemeinde 64 900 Euro.

Kommandant Klaus Schifferer bescheinigte eine solide Mannschaftsbasis und eine „zukunftsorientierte Schutzausrüstung“ sowie vor allem im Bereich Wasser-Rettungsdienst eine sehr effektive Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Schärding. Zum Einsatz auf dem Wasser, vor allem auf dem Inn, soll in Kürze ein neues Feuerwehrboot beschafft werden.

Jugendleiterin Angelika Zauner bedauerte, dass sich derzeit nur fünf Jugendliche für den Feuerwehrdienst vorbereiten und auch Werbeaktionen kaum Wirkung zeigen.

Die Neuhauser Feuerwehr kann aber auf ihre langgedienten Aktiven bauen. So konnte Josef Spreitzer für 40 Jahre aktiven Dienst mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen gedankt werden. 25 Jahre aktiv sind Martin Frankenberger, Erich Hallhuber, Michael Kainz, Wolfgang Schmid, Josef Schwarz Richard Strauß und Hans Weidmann. 24 Feuerwehrleute aus Neuhaus wurden im vergangenen Jahr auch mit dem Fluthelfer-Abzeichen 2016 ausgezeichnet. 116 Stunden Dienst leistete im vergangenen Jahr Maximilian Radwan, der als „Feuerwehrmann des Jahres“ geehrt wurde. „Oberfeuerwehrfrau“ wurde Theresa Hamberger, seit 2011 aktiv bei der Feuerwehr. Zu Löschmeistern wurden Johannes Gebauer, Florian Lehner, Gregor Lehofer und Josef Schifferer jun. Ernannt, Josef Spreitzer wurde Hauptlöschmeister.

Bürgermeister Josef Schifferer betonte, die Gemeinde Neuhaus habe drei Feuerwehren, die auch von der Gemeinde entsprechende Zuschüsse und Hilfen für ihren Dienst bekommen sollen. Bei einem verstärkten Einsatz der Feuerwehren auch auf der Bundesautobahn erwarte er allerdings auch entsprechend mehr Förderung von staatlicher Seite.

Dringend notwendig seien der Neubau oder zumindest die zweckmäßige Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Neuhaus geworden.

Die Neuhauser Feuerwehr habe „die Zeichen der Zeit erkannt“, stellte Kreisbrandmeister Markus Stöckl anerkennend fest. Dankbar und froh über die immer enger werdende „gelebte Zusammenarbeit“ über den Inn hinweg zeigte sich Abschnitts-Feuerwehrkommandant Michael Hutterer aus Schärding. Bei gemeinsamen Übungen – wenn auch mit Funktechnischen Problemen –, aber auch bei Veranstaltungen wie dem großen Wasser-Wettbewerb  2016 auf dem Inn zeigte sich die freundschaftliche Verbindung der beiden Feuerwehren. Ein großes gemeinsames Projekt ist das im Bau befindliche Lager von Sandsäcken für den Hochwasserschutz.

-wü


Quelle: Passauer Neue Presse vom 13.04.2017

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