Das Schloss – eine Herausforderung für die Feuerwehr
Große Feuerwehrübung an der Maria-Ward-Realschule – „Rettung“ über Drehleiter
Neuhaus am Inn. Das Schloss auf der Insel im Inn, einst kleiner Adelssitz, lange Zeit Kloster der Congregatio Jesu, jetzt Maria-Ward-Realschule, ist ein Haus mit vielen Ecken und Winkeln, ein Haus mit viel Geschichte, das aber im Ernstfall eines Brandes zur großen Herausforderung für die Feuerwehren wird. Das zeigte die große Übung, an der mehr als 60 Aktive der Feuerwehren Neuhaus am Inn, Vornbach, Mittich, Sulzbach und Schärding teilnahmen. „Das Haus ist ein sehr schwieriges Objekt“, stellte Kreisbrandinspektor Stefan Drasch fest, der zusammen mit Kreisbrandmeister Markus Stöckl die Übung sehr aufmerksam beobachtete.
Angenommen wurde ein Brand in zwei Klassenzimmern im zweiten Stock des Schlosses, in denen sich auch eine Gruppe von Schülern befand. Nach dem Brandmeldealarm war die Feuerwehr aus Neuhaus schnell an der Einsatzstelle. Martin Schifferer, der stellvertretende Kommandant, übernahm die Einsatzleitung. Atemschutzträger erreichten die Räume über das Treppenhaus des Schlosses, aber bald war klar, dass eine Rettung der eingeschlossenen Schüler von außen, über Leitern ablaufen müsste. Unklar war auf einmal die Zahl der eingeschlossenen Kinder: Es waren zwei mehr als ursprünglich gemeldet waren – das hieß achtsam sein, dass keine weiteren Personen in Gefahr sind.
Die Neuhauser Feuerwehr errichtete eine Schubleiter zu den Fenstern, aber bald rückte die Feuerwehr der Stadt Schärding mit der großen Drehleiter an, mit deren Hilfe die Schüler sicher aus dem „brennenden“ Raum gebracht werden konnten. Auch Schulleiterin Astrid Schmid, die als Lehrkraft im Klassenzimmer war, konnte sicher geborgen werden. Ein Kind war bewusstlos und wurde von den Schulsanitätern der Realschule versorgt. Die Mitglieder der Feuerwehrjugend aus Neuhaus hatten die Rolle der „Brandopfer“ übernommen. Indessen richteten die Feuerwehrkräfte aus Sulzbach, Vornbach und Mittich die Wasserversorgung aus dem Inn ein, legten Schlauchleitungen, drangen mit Atemschutz weiterhin von innen an den „Brandherd“ heran und brachten einige Kinder, mit Fluchthauben gesichert aus dem Haus. Den Innenangriff, der durch starke Rauchentwicklung in den verwinkelten Gängen und zwischen vielen Verbindungstüren schwierig wurde, koordinierte der Neuhauser Feuerwehrkommandant Klaus Schifferer. Das Hauptaugenmerk der großen Übung war auf die Personenrettung gerichtet, dann erst auf die Brandbekämpfung, und diese Rettung konnte sicher und ohne große Risiken durchgeführt werden.
Klaus Schifferer dankte den Feuerwehrleuten aus den Nachbarorten für ihren Einsatz, der zeigte, dass sich auch Herausforderungen an schwierig zugänglichen Gebäuden mit Umsicht und in klarer Koordination meistern lassen. Auch Bürgermeister Stephan Dorn, der die Übung beobachtete, war erfreut über die hervorragende Zusammenarbeit der Feuerwehren, auch mit den Kräften aus Schärding. Er dankte allen, die ihre Freizeit auch für eine solche große Übung eingesetzt haben, um für den Ernstfall gut aufgestellt zu sein.
Schulleiterin Astrid Schmid stellte fest, es sei „beruhigend, die Feuerwehren an unserer Seite zu wissen“, nicht nur bei möglichen Brandgefahren, sondern auch bei Hochwasser. Sehr erfreut zeigte sie sich über die jungen Feuerwehrleute, manche Schüler der Realschule, und dass die Feuerwehr viele junge Leute zu aktivem Dienst und ehrenamtlichem Einsatz gewinnen kann.
− wü
Quelle: Passauer Neue Presse vom 16.05.2025
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