Feuerwehr-Nachwuchs glänzt bei Prüfung

49 Jugendliche erwerben in Engertsham die Jugendflamme der Deutschen Jugendfeuerwehr

Fürstenzell/Engertsham. Jugendfeuerwehr, Kinderfeuerwehr – das Interesse der Mädchen und Buben an der Feuerwehrarbeit und am Feuerwehrdienst ist ungebrochen. Die Jugend ist eben auch bereit, sich bei der Feuerwehr zu engagieren und in Not geratenen Menschen zu helfen. Damit die Arbeit bei den Feuerwehranwärtern interessant gestaltet werden kann, werden auf Kreisebene Veranstaltungen durchgeführt wie der Jugendwissenstest, das Jugendzeltlager – oder die Prüfung zur Jugendflamme, die jetzt in Engertsham abgenommen wurde.

Um den Leistungsstand der Anwärter zu prüfen, werden zahlreiche Leistungsprüfungen unterschiedlicher Art durchgeführt, wie Bezirks- und Kreisjugendwart Robert Anzenberger erläuterte. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung gibt es verschiedene Abzeichen, die der Empfänger mit Stolz tragen kann. Außerdem unterstützen der Kreisfeuerwehrverband und auch die jeweiligen Kreisbrandinspektionen die Ortsfeuerwehren bei ihrer Jugendarbeit, ergänzte Anzenberger.

Die Jugendflamme ist ein Ausbildungsnachweis in drei Stufen, dessen Bedingungen und Durchführungen von der Deutschen Jugendfeuerwehr nach einem bundeseinheitlichen Rahmenplan vorgegeben werden. Besonders erfreulich war, dass bei der Jugendflamme in Engertsham insgesamt 49 Jugendliche aus den Gemeinden Neuhaus, Neuburg und Fürstenzell teilgenommen haben. Dabei wurden von 26 Jugendlichen die Stufe I, von 13 Mädchen und Buben die Stufe II und von zehn Jugendlichen die Stufe III abgelegt.

Bei der Prüfung der Stufe I muss der Teilnehmer zunächst mindestens zwei Möglichkeiten nennen, wie ein Notruf abgesetzt werden kann. Außerdem geht es um die Zusammensetzung des Notrufes. Anhand eines einfachen Fallbeispiels wird der Aufbau des Notrufes simuliert. Zu dem praktischen Übungen gehören drei Knoten und Stiche: Kreuzknoten (Verbindung zweier gleichstarker Leinen), Mastwurf am Strahlrohr mit Halbschlag und der Zimmermannsschlag. Weiterer Prüfungsgegenstand war die sichere Handhabung der Feuerwehrschläuche und das Auswerfen eines doppelt gerollten C-Schlauchs. Zu den Aufgaben gehörten dann noch die Strahlrohrkunde und das Aufsuchen eines Unterflurhydranten.

Bei der Stufe II, die das Bestehen der Prüfung der Stufe I voraussetzt, wurden die Fragen und auch die praktischen Übungen schon komplexer. Zum Thema Feuerwehrwissen, Fahrzeug- und Gerätekunde zieht der Teilnehmer zwei von zehn Karten und muss dann die Geräte in seinem mitgebrachten Löschfahrzeug finden. Die zweite Aufgabe ist mit dem Schlauchkuppeln von sechs C-Schläuchen (über 90 Meter) eine Truppübung, genauso wie das Kuppeln zweier A-Saugschläuche. Bei der vierten Aufgabe wird auf das Kommando „Zur Übung fertig“ das Standrohr bei einem Unterflurhydranten gesetzt. Dabei geht es aber auch darum, dass die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden.

Wenn ein Jugendlicher die Prüfung der Stufe III ablegt, geht es bei der ersten Aufgabe um die Knotenkunde. Es muss ein Brustbund mit Sicherung durch Spierenstich angelegt werden. Ebenfalls um die Knotenkunde ging es bei der zweiten Aufgabe, der Befestigung eines Mastwurfs mit Halbschlag an einer Feuerwehraxt. Bei der nächsten Aufgabe ging es um Erste Hilfe, unter anderem um Maßnahmen bei Verbrennungen und Verbrühungen. Weiter mussten die Prüflinge Gefahrgut- und Hinweiszeichen erkennen und erklären. Die letzte Aufgabe war mit dem Hindernislauf ein sportlicher Prüfungsteil.

Die teilnehmenden Jugendlichen kamen von den Feuerwehren Neuhaus, Vornbach, Neukirchen, Höch-Fürstdobl, Rehschaln, Kleingern, Jägerwirth und Engertsham. Die Prüfung lag in den bewährten Händen von Sebastian Huber von der Feuerwehr Neustift, Jugendbeauftragter für den KBI-Bereich Passau-West. Als Schiedsrichter bei den jeweiligen Stationen fungierten Jugendwarte und Kommandanten der beteiligten Wehren, sowie Kreisbrandmeister Markus Stöckl und der Kommandant der Feuerwehr Neukirchen am Inn Uwe Vogl.

Aufmerksam verfolgten die Prüfung zum Erwerb der Jugendflamme Kreisbrandinspektor Stefan Drasch, Bezirks- und Kreisjugendwart Robert Anzenberger sowie Bürgermeister Stephan Dorn aus Neuhaus am Inn und 3. Bürgermeisterin Ursula Raida aus Neuburg am Inn. In ihren Grußworten lobten Drasch, Anzenberger und Dorn das Engagement der Jugendlichen. In diesen Dank wurden auch die Jugendwarte mit eingeschlossen, die sehr gute Vorarbeit geleistet hatten. Weiter gratulierten sie allen zum hervorragenden Prüfungsergebnis. Auf die Frage, ob sie auch die weiteren Prüfungen ablegen werden und für den aktiven Dienst bereit sind, kam von allen Mädchen und Buben ein zustimmendes „Ja“. Abschließend bedankten sich die Feuerwehrführungskräfte bei der Feuerwehr Engertsham für die Ausrichtung der Veranstaltung und bei der Marktgemeinde Fürstenzell für die gespendete Brotzeit, die man sich nach getaner Arbeit schmecken ließ.

 

Quelle: Passauer Neue Presse vom 06.06.2025

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert