Leistungsabzeichen: Feuerwehr-Jugend im Kreis Passau zeigt, was sie kann
400 Teilnehmer in 68 Gruppen
Es war eine großartige Veranstaltung und auch ein beeindruckendes Bild, bei dem sich fast 400 Jugendliche aus 68 Feuerwehren des Landkreises Passau bereit erklärten, die sehr umfangreiche Jugendleistungsprüfung zu absolvieren – ist doch dieser Prüfung auch eine umfangreiche Ausbildung vorausgegangen. Für die Jugendleistungsprüfung hatte der Neuhauser Bürgermeister Stephan Dorn, der auch im Kreisfeuerwehrverband der Vertreter der Bürgermeister ist, die Schirmherrschaft übernommen.
„Das Interesse der Mädchen und Buben ist ungebrochen“
„Jugendfeuerwehr, Kinderfeuerwehr – das Interesse der Mädchen und Buben ist ungebrochen. Die Jugend ist eben auch bereit, sich bei der Feuerwehr zu engagieren und den in Not geratenen Menschen zu helfen“, berichtete Bezirks- und Kreisjugendwart Robert Anzenberger. „Damit die Arbeit bei den Feuerwehranwärtern entsprechend interessant gestaltet werden kann, führen wir auf Kreisebene verschiedene Veranstaltungen wie den Jugendwissenstest oder auch das Jugendzeltlager durch.“
Um den Leistungsstand der Feuerwehranwärter zu prüfen, werden zahlreiche Leistungsprüfungen durchgeführt. Als Zeichen der Anerkennung gibt es verschiedene Abzeichen. Außerdem unterstützen der Kreisfeuerwehrverband und auch die jeweiligen Kreisbrandinspektionen die Ortsfeuerwehren bei ihrer Jugendarbeit, ergänzte Anzenberger.
Die Jugendleistungsprüfung dient zum Nachweis der Grundkenntnisse der Feuerwehrdienstvorschrift 3 (FwDV 3) „Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz”, der Gerätekunde und der Unfallverhütungsvorschriften. Voraussetzung ist eine gründliche Ausbildung jedes Teilnehmers, wie sie auch der Musterausbildungsplan für Feuerwehranwärter vorsieht. Darin liegt auch der Hauptwert der Leistungsprüfung: Ihr Ziel ist nicht die „Rekordzeit“, sondern die Leistung des Einzelnen, bzw. des Trupps. Die Arbeit der Teilnehmer soll zwar schnell, aber auch geordnet und möglichst fehlerfrei ablaufen. Um das zu erreichen, wird für die Übung eine ausreichend bemessene Sollzeit festgelegt.
Theorie und Praxis einzeln und in Gruppen
Bei den Einzelübungen muss zunächst an einem Saugkorb der Mastwurf angebracht werden. Unter dem Aufgabenbereich „Befestigen einer Feuerwehrleine“ galt es, einen Mastwurf mit Halbschlag an einem Feuerwehrschlauch mit C-Strahlrohr anzubringen. Weiter hatte der Teilnehmer an einem weiteren Feuerwehranwärter einen Brustbund/Rettungsknoten mit Spierenstich anzulegen. Danach galt es, einen doppelt gerollten C-Schlauch auszuwerfen. Beim Zielwurf mit einer Feuerwehrleine mussten die Prüfungsteilnehmer eine Feuerwehrleine sieben Meter zielgenau werfen.
Die Truppübungen wurden gemeinsam durchgeführt. Prüfungsinhalt waren hier das Kuppeln von zwei Saugschläuchen, das Ankuppeln eines Strahlrohres an einen C-Schlauch und das Erkennen und Zuordnen von wasserführenden Armaturen, Kupplungen und Zubehör. Da gab es das Standrohr, den Verteiler und auch verschiedene Strahlrohre. Danach musste der Trupp eine 90 Meter lange C-Leitung zusammenkuppeln. Neben dem praktischen Übungsteil waren auch Theoriefragen zu beantworten.
Der Leitspruch der Feuerwehren ist „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. So gehörte auch ein Gottesdienst an diesem Tag dazu. Quasi nach getaner Arbeit, die die Jugendlichen mit Bravour meisterten, fanden sich die Prüfungsteilnehmer, Prüfer und Ehrengäste auf dem Neuhauser Sportplatz zur Andacht ein. Pfarrer Monsignore Dr. Hans Würdinger ging dabei auf das Matthäusevangelium ein, in dem es heißt: „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“. Sich selbst einbringen in dieser Welt, auch in dieser Gesellschaft, in das Leben eines Dorfes, einer Gemeinde, auch im Leben der Kirche – dazu forderte Würdinger auf. „Es ist gut, dass es so viele junge Leute gibt, die zum Licht der Welt werden, die das Licht der Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit, nicht verlöschen lassen“, fügte er an.
„Ihr seid ein Zeichen der Solidarität“
Bürgermeister und Schirmherr Stephan Dorn freute sich darüber, dass diese Feuerwehr-Großveranstaltung in Neuhaus stattfand. Die Feuerwehrjugend habe sich sicherlich die ganze Woche über auf die Aufgabenstellungen vorbereitet. „Heute konnten nun alle ihr Wissen und Können unter Beweis stellen. Dieser Tag zeigt, dass ihr im Feuerwehrdienst verbunden seid und eben auch bereit seid, für die Gesellschaft da zu sein“, so Dorn.
„Ihr seid ein Zeichen der Solidarität und des Miteinanders in unserer Gesellschaft“, betonte Landrat Raimund Kneidinger. „Die Jugend ist bereit, für den Feuerwehrdienst einzutreten. Der Nachwuchs in den Feuerwehren ist gesichert und damit nicht nur die Zukunft der Wehren, sondern auch der Schutz von Hab und Gut.“ An alle, sowohl an die Teilnehmer als auch an die Feuerwehrführungskräfte und die Organisatoren dieser Veranstaltung richtete der Landrat abschließend ein großes Dankeschön.
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes KBI Stefan Drasch zollte den Teilnehmern für ihre gute Vorbereitung großen Respekt. Gleichzeitig dankte er allen, die zum Gelingen dieser Jugendleistungsprüfung beigetragen hatten. Weiter überbrachte er den Dank und die Grüße von Kreisbrandrat Josef Ascher.
Zum Schluss war es Bezirks- und Kreisjugendwart Robert Anzenberger, der sich bei allen Mitwirkenden und dem Organisationsteam Wolfgang Pilsl, Sebastian Huber und Markus Stöckl bedankte.
Gemeinsam erfolgte danach die Verleihung des Jugendleistungsabzeichens durch Landrat Raimund Kneidinger, Schirmherrn Bürgermeister Stephan Dorn, Bezirks- und Kreisjugendwart Robert Anzenberger und die Kreisfeuerwehrführungskräfte. Dabei konnte jeweils ein Vertreter der teilnehmenden Wehren – stellvertretend auch für seine Kameradinnen und Kameraden – die Abzeichen in Empfang nehmen.
DIE TEILNEHMENDEN GRUPPEN
Insgesamt haben 68 Gruppen am Wettbewerb teilgenommen.
Aus dem KBI-Bereich Süd: Kirchham, Rotthalmünster, Eholfing/Eglsee/Sulzbach, Reisbach, Ruhstorf, Kößlarn, Oberwesterbach, Thanham, Malching, Egglfing, Pocking, Eggersham, St.Salvator, Hartkirchen, Aigen am Inn.
Aus dem KBI-Bereich West: Mittich, Vornbach, Neukirchen/Inn, Ledering, Oberiglbach, Höch-Fürstdobl, Neuhaus/Inn, Alkofen, Aunkirchen, Neuburg/Inn, Klessing, Unteriglbach, Walchsing, Aidenbach, Sandbach, Beutelsbach, Parschalling, Pörndorf, Dorfbach, Kriestorf-Geinstorf.
Aus dem KBI-Bereich Nord:Büchl, Tittling, Salzweg, Fürstenstein, Windorf, Nammering, Tiefenbach, Leoprechting, Straßkirchen, Kirchberg v.W., Hofkirchen, Garham, München.
Aus dem KBI-Bereich Ost:Kellberg, Oberötzdorf, Hundsruck, Gottsdorf, Thalberg, Untergriesbach, Wegscheid, Rassreuth, Eidenberg, Ederlsdorf, Hauzenberg, Gegenbach, Oberneureuth, Büchlberg, Denkhof, Wildenranna, Donauwetzdorf, Thyrnau, Kasberg, Furthweiher, Schwieging. Zusätzlich nahmen noch Gruppen aus Schärding teil.
Quelle: Passauer Neue Presse vom 17.07.2025




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