Retter in Aktion beim „Blaulichttag“

Hilfsorganisationen präsentieren sich beim Grenzlandfest in Neuhaus am Inn mit spektakulären Vorführungen

Neuhaus am Inn. Auf eine sehr große Resonanz bei der Bevölkerung stieß der anlässlich des Grenzlandfestes veranstaltete „Blaulichttag“ in Neuhaus am Inn. Dabei wurde durch Kreisbrandmeister Markus Stöckl die Arbeit und das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und Helfer herausgestellt. Auch Bürgermeister Stephan Dorn lobte die Arbeit bei den Hilfsorganisationen. Was die Einsatzkräfte leisten, zeigten sie den Besuchern in teils spektakulären Demonstrationen.

Abseilen mit Hund: Die Bergwacht und die Rettungshundestaffel demonstrierten das Abseilen mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr Fürstenzell. Im Korb der Drehleiter waren Peter Lang und Jennifer Kroll von der Bergwacht, abgeseilt wurde Michael Höpfl mit Hündin Luna.

Der „Blaulichttag“ begann mit dem Abseilen eines Hundeführers mit Hund durch die Bergwacht und somit mit einer recht eindrucksvollen Gemeinschaftsübung von Rettungshundestaffel und Bergwacht. Das Abseilen erfolgte unter Einsatz der Drehleiter der Feuerwehr Fürstenzell. Im Korb der Drehleiter waren Peter Lang und Jennifer Kroll von der Bergwacht und abgeseilt wurde Michael Höpfl mit seinem Hund Luna.

Anschließend folgten Anzeigeübungen mit den Rettungshunden, die von Karl Deml kommentiert wurden. Die Retter auf vier Pfoten kommen zum Einsatz, wenn ein Kind vermisst wird, ein älterer Mensch nicht auffindbar ist oder sich ein Wanderer verirrt hat. Von der Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Passau wurden im letzten Jahr 6850 freiwillige Einsatz- und Übungsstunden geleistet. „Insgesamt wurden wir zu 56 Einsätzen gerufen“, ergänzte Deml. Zum „Blaulichttag“ kamen Karl Deml mit Walli, Michael Höpfl mit Luna, Monika Oswaldbauer mit Hera, Johannes Vogl mit Appa und Ina Anetzberger mit Aaron. Die Ausbildung eines Rettungshundes dauere bis zu drei Jahre, berichtete Karl Deml.

Die häufigsten Alarmierungen bei der Bergwacht werden durch Radfahrer, Wanderer und Waldarbeiter ausgelöst. Auch Herz-Kreislauf Probleme können manchmal die Ursachen sein, so Jennifer Kroll. Im Winter sind es vermehrt Skitouren-Wanderer und Skifahrer, denen geholfen werden muss, ergänzte Peter Lang.

Von der Feuerwehr Fürstenzell wurde weiter die Drehleiter vorgeführt. Die Leiter hat insgesamt eine Länge von 32 Metern. Wenn man beim Einsatz einen Abstand zum Gebäude von zwölf Metern berücksichtigt, kann damit noch eine Höhe von 23 Metern und somit das achte Stockwerk erreicht werden, sagte KBM Markus Stöckl bei der Vorführung. Zum Einsatz kam auch noch der Wasserwerfer, der bei voller Leistung in einer Minute 2500 Liter Wasser versprüht.

Über das Rettungsboot der Neuhauser Wehr konnte man sich bei einer Fahrt mit Bootsführer Johannes Weidmann informieren.

Von der Feuerwehr Neuhaus wurden den vielen Gästen auch Fahrten mit dem Rettungsboot angeboten. Mit dem RTB 2 kommen die Feuerwehrkräfte motorisiert schnell zum Einsatzort, sei es bei Personensuchen oder Hochwassereinsätzen. Das Boot ist 4,50 Meter lang und verfügt über einen 50 PS starken Außenborder.

Heiß und fettig: Welche dramatische Auswirkungen es hat, wenn ein Fettbrand mit Wasser gelöscht wird zeigte die Feuerwehr Vornbach.

Welche dramatische Auswirkungen es hat, wenn ein Fettbrand mit Wasser gelöscht wird, zeigte die Feuerwehr Vornbach. Jährlich gibt es in Deutschland über 300 Brandtote. Das allein zeigt, wie wichtig Brandschutzerziehung und Aufklärung ist. Die Feuerwehr Vornbach hatte deshalb im Rahmen des „Blaulichttages“ die Gefahren und die Vorgehensweise bei einem Fettbrand demonstriert. Das Team um stellvertretenden Kommandanten Maxi Schießtl zeigte, wie schnell Fett in einem Topf zu brennen beginnt. Öl entzündet sich bei etwa 300 Grad. Besonders dramatisch wird es dann, wenn man glaubt, das brennende Fett mit Wasser löschen zu können. Es kommt zu einer explosionsartigen Verpuffung. Das kann zu lebensgefährlichen Verbrennungen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen. Deshalb sollte man die Flamme in einem brennenden Topf am besten mit dem dazu passenden Deckel ersticken. Ist der Brand schon weiter fortgeschritten, gilt es, sofort die Feuerwehr zu alarmieren.

Eine Verkehrsunfallübung zeigten die Feuerwehr Mittich sowie das BRK Dommelstadl (Helfer vor Ort und Rettungswagen).

Bei einem Verkehrsunfall waren zwei Personen in einem Fahrzeug eingeklemmt. Eine Meldung, wie sie nicht selten bei der Alarmzentrale eingeht. Bei der Verkehrsunfallübung waren die Feuerwehr Mittich sowie das BRK Dommelstadl (Helfer vor Ort und Rettungswagen) im Einsatz. Der Helfer vor Ort war zuerst an der Unfallstelle und versorgte die eingeklemmten Personen. Fast zeitgleich kam die Feuerwehr Mittich zum Einsatzort. Unter Zuhilfenahme von hydraulischen Rettungsgeräten, wie Schere und Spreizer, wurde dann die Fahrzeugtür geöffnet und die „verletzten“ Personen befreit, um die sich das BRK Dommelstadl kümmerte.

Es war ein „Tag der Hilfsorganisationen“, bei dem sich gezeigt hat, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement für unsere Gesellschaft ist. Abschließend bedankten sich Kreisbrandmeister Markus Stöckl und Bürgermeister Stephan Dorn bei den am „Blaulichttag“ beteiligten Hilfsorganisationen.

Die beteiligten Organisationen: Kreisbrandmeister Markus Stöckl (3.v.r.) und Bürgermeister Stephan Dorn (rechts) bedankten sich bei (v.l.) Peter Lang, Jennifer Kroll (beide Bergwacht), Michael Höpfl mit Hund Luna (Rettungshundestaffel), Martin Wimmer (FF Mittich), Klaus Schifferer und Johannes Weidmann (FF Neuhaus), Stefan Schlager (FF Fürstenzell), Karl Deml (Rettungshundestaffelführer), Maxi Schießtl (FF Vornbach) und Christoph Puchner (BRK Dommelstadl). – Fotos: Markus Lindmeier

Feuerwehr

„Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ – das sind traditionell die vier Hauptaufgaben der Feuerwehr. Deren Einsatzspektrum verschiebt sich jedoch immer mehr hin zur technischen Hilfeleistung. Die Feuerwehren im Landkreis Passau wurden 2025 zu 2994 Einsätzen alarmiert, 1988 davon waren THL-Einsätze und 583 Brandeinsätze. Im Kreisfeuerwehrverband Passau gehören 7321 Feuerwehrleute und 2403 Anwärter den insgesamt 151 Freiwilligen Wehren an.

Beim Blaulichttag in Neuhaus am Inn präsentierten sich mehrere Feuerwehren mit ihren Fahrzeugen und boten den Besuchern verschiedenen Demonstrationen. Bei einer Verkehrsunfallübung zeigten die Retter unter anderem den richtigen Gebrauch von Rettungsschere und -spreizer. Eine spektakuläre Stichflamme bei einer anderen Vorführung zeigte, dass ein Fettbrand nie mit Wasser gelöscht werden sollte.

Rotes Kreuz

Das Aufgabenfeld des BRK ist vielfältig. Die Gemeinschaften (Bereitschaften, Bergwacht, Jugendrotkreuz, Wasserwacht und Wohlfahrts- und Sozialarbeit) stellen die ehrenamtliche Basis der Hilfsorganisation dar. In diesem Jahr wurden unter anderem schon 177 Sanitätsdienste mit 6434 Einsatzstunden, 450 Einsätze der Helfer vor Ort mit 284 Einsatzstunden und 46 Blutspende-Termine geleistet. In den Bereitschaften sind 1923 und in der Wasserwacht 4771 Kameraden (davon 1000 Jugendliche) tätig. Die Katastrophenschutzeinheiten rückten im vergangenen Jahr zu 42 Einsätzen und die Schnelleinsatzgruppen der Wasserwachten zu 37 Einsätzen aus.

Bergwacht

Fast 13 000 Menschen benötigen jedes Jahr eine notfallmedizinische Versorgung durch die ehrenamtlichen Retter der Bergwacht. Im Kreisverband Passau kümmern sich die Bergwacht Passau/Dreisessel und die Bergwacht Hauzenberg/Waldkrichen um die speziellen Rettungseinsätze und arbeiten landkreisübergreifend.

Rettungshundestaffel

In Deutschland stehen 315 Rettungshundestaffeln mit etwa 1500 bis 2000 ausgebildeten Rettungshunden zur Verfügung. Bis zu dreimal wöchentlich trainiert die Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Passau. Rettungshundearbeit ist Teamarbeit. Mensch und Hund müssen ein eingespieltes und verlässliches Team bilden.

 

Quelle: Passauer Neue Presse vom 24.08.2026