Zum Glück nur eine Übung

Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiteten gut zusammen – Dank und Lob an Einsatzkräfte bei Gemeinschaftsübung in Mittich

Neuhaus am Inn/Mittich. An der von der Feuerwehr Mittich ausgerichteten THL-Übung nahmen insgesamt 55 Einsatzkräfte teil. Angenommen wurde dabei, dass sich auf der Kreisstraße PA 15 zwischen Mittich und Weihmörting ein Unfall ereignet hat.

Das Szenario: Durch die Abendsonne geblendet, geriet ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn und stieß dabei frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Die Situation wurde noch dadurch verschärft, dass auch noch ein Rollerfahrer in den Unfall verwickelt wurde. Dieser Rollerfahrer wurde über die Leitplanke geschleudert und blieb an der Straßenböschung bewusstlos liegen. Die jeweils in den beiden verunfallten Fahrzeugen befindliche Person war eingeklemmt und konnte durch die Feuerwehren – und das nur unter Einsatz der hydraulischen Rettungsgeräte (Schere, Spreizer) aus dem Fahrzeug befreit werden.

An der Übung waren neben der ausrichtenden Feuerwehr Mittich auch die Wehren Neuhaus und Vornbach sowie der Rettungsdienst Stadler beteiligt. Die Einsatzleitung lag in den Händen von Stefan Häuslbauer von der FFW Mittich. Aufmerksame Beobachter des Übungsverlaufes waren die Bürgermeister Stephan Dorn und Erwin Wagmann sowie Kreisbrandinspektor und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Passau Stefan Drasch, Bezirks- und Kreisjugendwart Fach-Kreisbrandmeister Robert Anzenberger, Kreisbrandmeister Markus Stöckl und der Mitticher Feuerwehrkommandant Martin Wimmer.

2025 wurde die Wehr insgesamt zu 40 Einsätzen alarmiert. 30 Einsätze davon waren technische Hilfeleistungen – die meisten davon Verkehrsunfälle. Dieser Tatsache wird auch bei der Ausbildung entsprechend Rechnung getragen, betonte Kommandant Martin Wimmer. So legten die Kameraden der Mitticher Wehr unlängst auch die Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung ab. Auch diese groß angelegte Übung diente der Vertiefung des bei der Leistungsprüfung Erlernten. Es war ein Einsatz bzw. ein Unfall, wie er eigentlich jederzeit passieren kann, sagte Kreisbrandmeister Markus Stöckl. Ein Verkehrsunfall, an dem zwei Fahrzeuge beteiligt sind. Dass ein Rollerfahrer dabei auch noch zu Schaden komme, sei eher unwahrscheinlich, aber dennoch möglich. Die Unfalldarstellung war zudem sehr realistisch, denn die „Unfallopfer“ bzw. deren Verletzungen wurde von Mona Lindbüchler, Leiterin Realistische Unfalldarstellung (RUD) beim Malteser Hilfsdienst, hervorragend geschminkt.

Nach der Alarmierung der Wehren Mittich, Neuhaus und Vornbach durch Kreisbrandmeister Markus Stöckl war die FF Mittich als Erste an der angenommenen Unfallstelle. Zum Unfall wurde neben den Feuerwehren auch der Rettungsdienst Stadler alarmiert.

Einsatzleiter Stefan Häuslbauer und der stellvertretende Mitticher Kommandant Konrad Elender machten sich unmittelbar nach dem Eintreffen ein Bild von der Unfallsituation. So konnten dann die erforderlichen Anweisungen sowohl an die eigenen Kräfte als auch an die Feuerwehren Neuhaus und Vornbach gegeben werden. Die Aufgabe der Feuerwehr war es, die eingeklemmte Person aus dem Unfallfahrzeug zu retten. Die erste Aufgabe bestand darin, die Unfallstelle abzusichern. Danach war, wie Einsatzleiter Stefan Häuslbauer anwies, eine Öffnung am Unfallfahrzeug zu schaffen. Damit konnte dann zumindest schon mal ein Kontakt sowohl von den Feuerwehren als auch vom Rettungsdienst zur Person im Fahrzeug hergestellt und eine Erstversorgung vorgenommen werden. Der weitere Schritt war dann, dass durch die hydraulischen Rettungsgeräte die Seitentüre geöffnet wurden. Die verletzte Person wurde durch eine Decke geschützt, damit sie durch mögliche Glassplitter nicht zusätzlich verletzt werde. Mittels Trage erfolgte die Personenrettung aus dem Unfallfahrzeug. Anschließend übernahm der Rettungsdienst die Weiterversorgung der „verunfallten“ Personen. Im Ernstfall wären dann die Unfallopfer durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus transportiert worden. Der Rettungsdienst Stadler, unter der Leitung von Notfallsanitäter Christian Klein, war mit insgesamt vier Einsatzfahrzeugen und zehn Helfern da.

Zwischenzeitlich wurde auch der Rollerfahrer gefunden und versorgt. Diese Übung brachte die wichtige Erkenntnis mit sich, dass auch das Unfallumfeld nach möglichen verletzten Personen abgesucht werden muss. Beim Unfall wurde auch angenommen, dass eine Person noch am Unfallort ihren Verletzungen erlegen sei. In so einem Fall hätte man die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte verständigt, damit das beim Unfall erlebte auch seelisch entsprechend aufgearbeitet werden könne.

Bei der Schlussbesprechung lobten sowohl Kommandant Wimmer als auch Notfallrettungssanitäter Klein die gute Zusammenarbeit der beiden Hilfsorganisationen und auch die Vorgehensweise bei der Übung, ebenso wie Kreisbrandmeister Markus Stöckl und Kreisbrandinspektor Stefan Drasch.


Quelle: Passauer Neue Presse vom 19.05.2026

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