Feuerwehrhaus: Günstigste Variante kostet 840000 Euro

Bürgermeister Schifferer stellt Entwürfe und Kostenschätzung vor – Rathaus und Friedhof würden von neuen Stellplätzen profitieren

Neuhaus am Inn. Da staunte Bürgermeister Josef Schifferer nicht schlecht, als er den Sitzungssaal zur jüngsten Gemeinderatssitzung betrat: volles Haus, jeder Stuhl im Auditorium belegt. Grund: Der Planungsfortschritt beim neuen Feuerwehrhaus und die Besichtigung des renovierungsbedürftigen alten Feuerwehrhauses in Vornbach. Viele Mitglieder der örtlichen Feuerwehr unterstrichen ihr Interesse mit ihrer Anwesenheit.

Aktuell ist das Feuerwehrhaus in Neuhaus nur ebenerdig. Das soll sich ändern. – Foto: Archiv Hirthe

Die Planung des neuen Feuerwehrhauses soll laut Josef Schifferer möglichst noch dieses Jahr abgeschlossen werden, der Neubau im nächsten Jahr schon vonstattengehen. Er stellte dem Gemeinderat drei Entwürfe vor, die sich als mögliche Varianten bei der Planung herauskristallisierten, auch in Rücksprache mit der Feuerwehr. Der Bürgermeister empfahl die seines Erachtens wirtschaftlichste Variante. Hierbei würde das bestehende Gebäude am Rathaus um zwei weitere Stellplätze für Logistik- und Löschfahrzeuge erweitert werden und einen ersten Stock bekommen. Der bestehende Raum könne dann für die Unterbringung des Boots, ein Kommandantenbüro, Toilette, Umkleiden und Lager genutzt werden. Im ersten Stock soll neben abgetrennten Sanitäreinrichtungen und Umkleiden ein Seminarraum entstehen. Schifferer untermauerte seine Empfehlung mit der Kostenersparnis seitens der Außenanlagen: „In diesem Fall müsste nur ein Teil der Außenanlagen erweitert werden.“ Ebenso müsse beachtet werden, dass mögliche Förderungen weitere Stellplätze voraussetzen. In dem vom Bürgermeister favorisierten Entwurf kämen diese auch dem Rathaus und dem Friedhof zugute. „Diese Synergieeffekte sollten wir nutzen“, sagte Schifferer. Das sah auch der Gemeinderat so und entschied sich einstimmig für die günstigste, voraussichtlich 840000 Euro teure Variante. Nun soll damit an das Landratsamt und die Regierung von Niederbayern herangetreten werden, in direkter Abstimmung mit dem Kreisbrandrat.
Ein weiteres Feuerwehr-Gebäude beschäftigte dann den Gemeinderat. Das mittlerweile ausgediente, alte Feuerwehrhaus in Vornbach wurde auf Bitten des Feuerwehr-Vorstandes besichtigt. Genutzt wird es nur noch zur Unterbringung von Vereinsutensilien. Im Raum stand eine Sanierung. „Da tu ich mich ehrlich gesagt sehr schwer“, sagte Schifferer. Die Gemeinde sei ihrer Pflicht nachgekommen und ließ erst vor kurzem ein neues Feuerwehrhaus bauen. „Dazu kommt das neue Feuerwehrfahrzeug und der baldige Anbau der Feuerwehr Neuhaus“, zählte er die geschehenen und bevorstehenden Investitionen in die Wehren der Gemeinde auf. „Den Umbau des alten Feuerwehrhauses kann die Gemeinde nicht leisten“, machte der Bürgermeister deutlich. Ob die Gemeinde als Gebäudeinhaber nicht verpflichtet sei, die Sicherheit zu gewährleisten, fragte Hans Oberpeilsteiner (ÜW). Im Moment sei dies nicht der Fall, antwortete Schifferer. „Und wenn es soweit ist, müssen wir auch darüber nachdenken, ob ein Abriss des Turms beispielsweise nicht sogar Vorteile bergen würde, ehrlich gesagt“, dachte Schifferer den Gedanken zu Ende.

Auch das neue Feuerwehrhaus in Vornbach wurde kurz thematisiert. Da die Treppe zu den öffentlichen Toiletten nicht überdacht ist, kommt es bei Regen oder Schnee häufig zu kleineren Überschwemmungen oder rutschigen Stufen. Der Gemeinderat entschied einstimmig, dass ein Angebot einer Überdachung eingeholt werden soll, um dann über weitere Schritte zu diskutieren.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 29.03.2018

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