Zwei Wehren üben den Ernstfall

Feuerwehren Sulzbach und Neuhaus üben seit über 25 Jahren gemeinsam

 

Bild: Lagebesprechung am Sägewerk: (v.l.) die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Neuhaus mit dem Leiter der Atemschutzüberwachung Benedikt Weidmann (3.v.l.), die Kommandanten Klaus Schifferer (Neuhaus) und Christian Huber (Vornbach), Martina Hösl, Christian Fuchs mit Amelie und Robert Mayerhofer (2. Kommandant der Feuerwehr Sulzbach). – Foto: Lindmeier

 

 

Sulzbach am Inn. Es gehört bei der Feuerwehr Sulzbach am Inn schon zur Tradition, dass ins Jahresprogramm Übungen mit der Nachbarfeuerwehr aus Neuhaus am Inn aufgenommen werden. Seit 25 Jahren sind sie eng verbunden. Dabei wechselt man sich in Bezug auf die Ausrichtung jeweils ab. Diesmal war es die Feuerwehr Sulzbach, die zur Gemeinschaftsübung eingeladen hatte.

Nicht nur das gegenseitige Kennenlernen und die Kameradschaftspflege, sondern auch die Kenntnis möglicher Gefahrenpunkte bei dem einen oder anderen Objekt seinen im Ernstfall von großem Vorteil, sagten die Verantwortlichen. Das Zusammenwirken der Wehren kann bei einem Brandfall das Retten von Menschenleben bedeuten, betonte Kommandant Christian Huber.

Diesmal war es eine Brandeinsatzübung bei Holz Hösl in Zeintlmühle. Nach dem Eintreffen der Neuhauser Feuerwehr machte Kommandant Christian Huber die Teilnehmer mit der Übungssituation vertraut. Angenommen wurde, dass im Hobelwerk ein Schwelbrand entstanden sein und infolge der starken Rauchentwicklung einer Person der Fluchtweg versperrt wurde.

Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Neuhaus nahmen zur Brandbekämpfung im Innenangriff ein C-Rohr, das vom Tanklöschfahrzeug gespeist wurde. Der zu rettende Sägewerksmitarbeiter wurde von den Atemschutzgeräteträgern aus dem verrauchten Gebäude gebracht und zur weiteren Versorgung an die übrigen Einsatzkräfte übergeben.

Zusammenarbeit kann wichtige Sekunden bringen

Aufgabe der Feuerwehr Sulzbach war es, von der rund 200 Meter entfernten Rott gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Neuhaus eine Förderstrecke aufzubauen und den Brand im Außenangriff zu bekämpfen und die Nebengebäude vor einem Übergriff der Flammen zu schützen. Die an der Übung beteiligten Kameraden wurden durch die Feuerwehrführungskräfte auf die geeignete Vorgehensweise und auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.

Dass gerade ein Säge- oder Hobelwerk Gefahrenpotential habe, musste die Familie Hösl bereits zweimal leidvoll erfahren. Sägemehl, Hobelspäne, Staub und dazu ein glühendes Metallteil, sei es von einem Sägeblatt oder von einem Hobelmesser, können leicht ein Feuer auslösen. Firmenchefin Martina Hösl bedankte sich bei allen an der Übung beteiligten Feuerwehrkameraden. Seniorchef Erwin Hösl sprach die Gefahren an, die bei einem Brand vom Sägespäneturm ausgehen können.

Bei der Schlussbesprechung bedankte sich der Sulzbacher Kommandant Christian Huber bei der Familie Hösl, dass sie ihr Firmengelände zur Verfügung stellte. Die Übung sei planmäßig verlaufen. Er und der Neuhauser Kommandant Klaus Schifferer unterstrachen beim anschlißenden Zusammnsein im Feuerwehrhaus das gute nachbarschaftliche Verhältnis beider Wehren. Gerade im Ernstfall könne diese Zusammenarbeite wertvolle Sekunden bringen, betonten sie. -ml


Quelle: Passauer Neue Presse vom 28.08.2017

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